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Shared Space - Der gemeinsam genutzte Raum

Shared Space ist eine Planungsphilosophie, die in den Neunzigern von Hans Monderman entwickelt wurde. Er betonte, dass bereits der Raum den Menschen sagen und zeigen müsse, wie sie sich in ihm zu verhalten haben. Er führte dabei den Vergleich mit einer Eislaufbahn an, auf der jeder Schlittschuhläufer ganz nach eigenen Regeln die Richtung und Schnelligkeit seines Laufens festlegt, während trotzdem kein Chaos entsteht, sondern sich die laufenden Menschen in eine Art vorankommenden Fluss ganz wie von selbst einfügen. Bessere Schlittschuhläufer achten dabei auf schwächere Läufer und passen sich der Situation an. Aus diesem Grund geschehen seltener Zusammenstöße.

Aktuelle Meldungen Shared Space

Wie ist der Begriff entstanden?

Shared Space heißt zu Deutsch: "Der gemeinsam genutzte Raum" und wurde als Begriff von dem Briten Ben Hamilton-Baillie geprägt. Mittlerweile ist der Begriff eingedeutscht und wird mittels den Worten "Gemeinschaftsstraße" oder "Begegnungszone" ausgedrückt.

Welche Rolle spielt der Verkehr im Shared Space?

Shared Space eröffnet in dieser Form ganz neue Möglichkeiten für den Verkehr und im öffentlichen Raum, hebt z. B. Trennungen auf. Entscheidend dabei ist, dass man zukünftig nicht mehr auf Ampeln, Zebrastreifen, Verkehrsschilder und ähnliche Symbole und Markierungen angewiesen ist. Stattdessen ordnen sich die Menschen, ob im Auto, auf dem Rad, ob zu Fuß oder auf anderen Wegen unterwegs, ganz selbstständig und rücksichtsvoll in das Gegebene des Raumes ein und verschmelzen somit zum gesellschaftlichen und kulturellen Ganzen. Jeder Verkehrsteilnehmer ist damit gleichberechtigt, der Verkehr wird auf diese Weise sicherer, die Städte lebenswerter, der Verkehrsfluss verbessert. Einzig die Vorfahrtsregeln werden beibehalten, als logische Voraussetzung der Ordnung und des Aufeinander-Achtens.

Wie konkret ist die Idee?

Shared Space ist dabei auch kein grober Entwurf mehr. Ständig weiter gedacht, entstehen neue Planungen und Strukturen einer Teilnahme, die nicht nur die Stadt alleine betrifft, sondern auch den Bürger dazu auffordert, mitzudenken und zu handeln. Zwischen 2004 und 2008 wurde Shared Space bereits in Belgien, Deutschland, England, Dänemark und Holland getestet und ins Leben gerufen.

Liste von Shared Space Projekten

In diesen Städten wurden oder werden Shared Space Projekte durchgeführt oder sind geplant

Australien
Belgien
Deutschland
Land
Niederlande
Österreich
Schweden
USA

Warum brauchen wir Shared Spaces?

Grundsätzlich geht die Philosophie davon aus, dass die Planung des Verkehrs völlig verwirrend ist und zu viele Verbote enthält, betrachtet man unnötige Einbahnstraßen, zu häufig angebrachte Schilder und Hinweise und ähnliche Umstände. Straßen wirken lärmend und durchschneiden die Städte, statt mit dem sozialen Leben verbunden zu sein. Sie sind zu gradlinig und wirken wie Kanäle, betonieren die Umgebung, statt sie zu verschönern. Durch die Änderung solcher Bedingungen gewinnen Orte wieder ihren eigenen Charakter zurück.

Was ist in Shared Spaces besser?

Sowohl Autofahrer als auch Fußgänger wären dann gleichberechtigt und könnten nicht nur neben-, sondern miteinander existieren, ohne sich in die Quere zu kommen. Hierfür sollen Bordsteine, Trennungen und Abgrenzungen entfernt, der Straßenraum unterteilt, auf Hinweisschilder oder Ampeln verzichtet werden. Statt zu vieler Regeln im Straßenverkehr würde lediglich das Gebot "Rechts vor Links" gelten.


Gerade im Vergleich zu anderen Ländern, in denen der Verkehr auf den ersten Blick oftmals chaotisch erscheint, geschehen dennoch weniger Unfälle, ganz einfach aus dem Grund, weil jeder auf jeden achtet. Gleiches soll auch bei Shared Space Bedeutung finden. Durch die vereinfachte Straßenordnung werden die Menschen dazu angeregt, aufmerksamer zu sein, den Raum um sich bewusst wahrzunehmen und sich mittels Blicken aufeinander abzustimmen und den jeweiligen Situationen anzupassen. Da jeder aufmerksam ist und auch sein muss, entsteht automatisch gegenseitige Rücksichtnahme.

Shared Space = Fußgängerzone?

Shared Space versucht dabei nicht den motorisierten Verkehr zu verdrängen. Dieser bleibt ein wichtiges Netz, wird aber nicht mehr so sehr durch Verkehrsplaner bestimmt, sondern in Zusammenarbeit mit Soziologen, Ethikern, Architekten, Geographen und Raumplanern.


Derartige Konzepte könnten den Lebensraum verbessern, so dass neue Einrichtungen, Restaurants, Cafés, breitere Fußgängerzonen oder Spielplätze entstehen, die wiederum dem Menschen Erholung und Vergnügen bereiten. Das Leben würde sich dadurch wieder auf der Straße abspielen, anstatt dass die Straße und ihr Verkehr ein ständiges Ärgernis wären.